ANEKDOTEN

 

Mafia in Belgrad

 

1999, kurz nach der Bombardierung durch die NATO, besuchten wir zwei Freundinnen in Belgrad. Wir wohnten bei Daria im Stadtteil Zemun, nahe der Donau. Sie erzählte uns von den Bombardierungen und dass gleich nebenan die „Mafia“ wohnte, was wir ihr nicht wirklich glaubten.

Am nächsten Tag fuhren wir zu Jelica nach Surčin, einem Vorort von Belgrad in der Nähe des Flughafens. Sie erzählte uns von den Bombardierungen, die die Gegend verseucht hätten, und dass viele Menschen krank würden. Später sprach sie davon, dass gleich nebenan die „Mafia“ wohnte, angeblich dort auch Leute gefangen hielt. Wir hielten ihre Erzählungen weitgehend für Gerüchte.

Ein Jahr später konnten wir in einer österreichischen Zeitschrift lesen, dass in Serbien von der NATO viele Bomben geworfen worden waren, die radioaktive Verseuchungen verursacht hatten, und zwar vor allem in der Gegend des Belgrader Flughafens. Dort seien viele Menschen gesundheitlich geschädigt.

Als 2003 Zoran Djindjić, der Premier, ermordet wurde, konnte man tags darauf in den Zeitungen lesen, dass die Banden von Zemun und Surčin die Hauptverdächtigen dieses Anschlags seien.

Johanna und Helmut Kandl