Für die Ausstellung You only live twice bei Camera Austria entsteht eine 14 m lange Wandarbeit mit mehr als einhundert Bild/Text-Blättern (30 × 40 cm), die sich mit der Geschichte Österreichs/Südosteuropas auseinandersetzt.

Aus dem Nukleus des Aufwachsens im Europa des Kalten Krieges entwickeln wir einen Cluster mit verschiedenen Geschichten, Anekdoten und Bildern, in denen wir geografisch und zeitlich weit Entferntes mit Naheliegendem verbinden; persönlich Erlebtes wird zum Mikrokosmos der (österreichischen) Nachkriegsgeschichte.

Beim Erzählen tauchen immer wieder Inseln der Erinnerungen auf: Helmuts Aufwachsen im östlichsten Winkel der damaligen „freien Welt“ verbindet sich durch die Figur seines Vaters mit der Geschichte Jugoslawiens; das Feld gegenüber dem Kandl’schen Farbengeschäft in Wien wurde Johanna in den 1960er-Jahren zur Projektionsfläche der Fantasie: Was kommt nach dem Feld, Russland oder Leopoldau?

Ereignisse in Bosnien und Herzegowina sowie Serbien in den 2000er-Jahren werden mit Johannas Stipendium in Jugoslawien knapp nach Titos Tod (1980/81) und mit Helmuts Arbeit für die Linzer VÖEST-Werke (1974/78) im Verkauf von Bergbaumaschinen ins bosnische Zenica verknüpft. Das Onlinespiel „Moschee baba“ aus dem Jahr 2010, welches im Wahlkampf zur Landtagswahl in der Steiermark 2010 zunächst auf den Webseiten der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ Steiermark) lanciert wurde, setzen wir in Beziehung mit den zerstörten Moscheen von Banja Luka.

So mäandert die Erzählung hin und her, es ergibt sich ein dichtes Geflecht aus Assoziationen, verbunden wie Gespräche am Wirtshaustisch, wenn man sagt: „… Übrigens, da fällt mir gerade ein …“

Siehe auch Bibliografie: STORIST. Helmut & Johanna Kandl, Hrsg.: Fotohof Salzburg